Weltweit werden 240 Millionen TonnenKunststoffe für viele nützliche Sachen hergestellt. 25 Prozent davon allein in Europa. Doch was passiert mit dem Kunststoffprodukten die niemand mehr benötigt?
Paul-Georg Meister / pixelio.de
In Deutschland allein fielen im Jahr 2007 insgesamt 4,86 Millionen TonnenKunststoffabfall an. Hauptsächlich Verpackungen. Etwa die Hälfte davon ging in die Verbrennung. Rund 40 Prozent der Abfälle wurden stofflich verwertet und nur ein sehr geringer Anteil landete auf den Deponien.
Doch nicht in allen Ländern wird der Abfall so gut erfasst und entsorgt wie in Deutschland. Oft wird der Müll einfach in die freie Natur geworfen. Durch Regen und Wind gelangt er anschließend in Flüsse und wird so in die Meere transportiert. Über Schiffe und Plattformen gelangen ebenfalls viele Plastikteile in die Meere.
Die Dokumentation “Plastic Planet” von Werner Boote befasst sich mit diesem Thema und mit den Auswirkungen der Plastikvermüllung in den Meeren. Eine Dokumentation die einen sehr zum Nachdenken über unseren Kunststoffkonsum anregt.
Das Problem ist, dass Kunststoff nicht biologisch abbaubar ist. Im Meer wird er durch die mechanischen Einwirkungen immer kleiner zu Granulat gemahlen, das man mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann. Viele Tiere nehmen dieses Granulat als Plankton, also als ihre Nahrung an und verenden elendig. Somit ist das Plastik in die Nahrungskette gelangt und auf dem Weg zum Menschen.
Zwischen Japan und Amerika schwimmen zwei große Plastikteppiche, die auf Grund der Meeresströmungen entstanden sind. Einer davon hat bereits die Größe Mitteleuropas erreicht und wächst stetig weiter.
70 Prozent des Plastiks in den Meeren sinkt auf den Grund und verschmutzt diesen so, dass Leben dort kaum noch möglich ist.
1999 lag das Verhältnis von Plastik zu Plankton bereits bei 6:1. Bis 2000 wuchs die Plastikkonzentration nochmals zu einem Verhältnis von 60:1 an! – Und es landen immer noch Unmengen an Plastikteilen im Meer.
Die ersten, die von den Auswirkungen der Vermüllung betroffen sind, sind die Tiere. Sie nehmen fälschlicherweise Plastikteile als Nahrung auf, können sie aber nicht verdauen. Sie verhungern mit vollem Magen! Viele Tiere verletzen oder verfangen sich in größeren Plastikteilen und verenden. So wurden bereits Millionen von Tierendurch das Plastik getötet!
J. J. Dierks / pixelio.de
Ein weiterer Effekt ist der Transport von Pflanzen und Tiere in andere Regionen. Pflanzen und Mikroorganismen siedeln sich auf größeren Plastikteilen an und werden mit ihnen durch die Meeresströmungen in andere Habitate transportiert. Dort kann es dann passieren, dass sie einheimische Pflanzen und Lebewesen verdrängen.
Kunststoffe werden in der Herstellung und Verarbeitung mit vielen Zusatzstoffen vermischt die zum Teil sehr schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben. Durch Sonneneinstrahlung, Wasser und Zerkleinerung des Plastiks gelangen diese Stoffe in die Freiheit, in die Nahrungskette und auf unsere Teller.
Ein Stoff der in zahlreichen Kunststoffen verarbeitet ist, ist Bisphenol A (BPA) . Dieser zerstört das Hormonsystem von Lebewesen. Die Auswirkungen sind beispielsweise eine verfrühte Geschlechtsreife bei Mädchen, Reduzierung der Fruchtbarkeit bei Männern und die Beeinflussung der Gehirnentwicklung von Säuglingen.
Vielen Kunststoffen werden Weichmacher zugegeben. Häufig verwendete Weichmacher sind Phthalate. Diese können die Fruchtbarkeit von Männern ebenfalls reduzieren. Zudem führt es zu Missbildungen der männlichen Genitalien bei den Nachkommen und es steht im Verdacht krebserregend zu sein.
Genug Gründe um aktiv zu werden. Doch was können wir dagegen machen?
Als erstes müssen wir versuchen weniger Plastik zu benutzen. Bei den Artikeln, die man sich kauft sollte man über eine kunststofffreie Variante nachdenken. Zum Beispiel bei Plastiktüten und PET-Flaschen.
Leider kann man viele Plastikteile nicht durch andere Werkstoffe ersetzen. Darum sollte versucht werden Kunststoffteile so lange wie möglich zu benutzen und auf eine lange Haltbarkeit zu achten.
Quellen:
Documentation “Plastic Planet” von Werner Boote – http://www.plastic-planet.at/derfilm/wernerboote.html (18.12.2010 / 10:00 Uhr)
In den letzten Wochen und Monaten gab es bereits heftige Auseinandersetzungen zur geplanten Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken zwischen der aktuellen Regierung aus Union und FDP und der Opposition. Am Sonntag beschloss die Regierung dann die längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke. Demnach sollen alte Meiler 8 Jahre länger laufen und jüngere Meiler 14 Jahre länger. Wie Spiegel Online1 jedoch berichtet, kann man von weitaus mehr Jahren ausgehen, da die Laufzeiten nicht mit einer konkreten End-Jahreszahl versehen sind, sondern nach den Jahresvolllaststunden errechnet werden. Somit kann die Laufzeit von Atomkraftmeilern wesentlich länger gestreckt werden.
Die Tageszeitung2 titelte in ihrer Ausgabe vom Montag, 6. September: “Laufzeitverlängerung: 1.000.000 Jahre” und verdeutlichte damit, dass wir den Grundstein gelegt haben für tausende Tonnen Atommüll, der bis zu eine Millionen Jahre gefährlich strahlen wird.
Angela Merkel sprach nach dem Beschluss von “Revolution” [spätlat. revolutio = das Zurückwälzen, -drehen3]. Bisher wurde der Begriff eher in der Schule als “Französische Revolution” bekannt gemacht. Durch die Aufklärung der französischen Bevölkerung wurde am Ende der Absolutismus abgeschafft. Aufklärung wird wiederum in der Neuzeit eher mit Sexualkunde in Verbindung gebracht. Fehlt die Aufklärung in der Bevölkerung zum Thema Atomkraft? Wohl kaum, denn die Mehrheit entscheidet sich bei diesem sensiblen Thema gegen eine Laufzeitverlängerung. Im DeutschlandTREND4 der ARD vom September sprachen sich 59 Prozent der Befragten gegen die Fortführung der Atomkraft aus. In einer aktuellen Umfrage von tagesschau.de5 sind über 80 Prozent der Teilnehmer der Meinung, dass die Regierung den falschen Weg mit der Verlängerung einschlägt. Ein deutliches Ergebnis und dennoch ignoriert die Regierung die Wünsche und vor allem Ängste der Bürger.
Das “Energiekonzept – neun Punkte für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung” welches in der 12-stündigen Sitzung der schwarz-gelben Politiker herauskam, bringt vor allem den vier großen Energieversorgern Geld in die Kassen. Durch die Verlängerung wird noch insgesamt 26 Jahre, also noch mindestens bis zum Jahr 2037 Strom aus den Kraftwerken von EON, RWE, Vattenfall und EnBW kommen. Das bedeutet für die Konzerne Zusatzeinnahmen von 127 Milliarden Euro6!! Nimmt man die im Vorfeld so viel diskutierte Brennstoffsteuer, die lediglich befristet für die nächsten 6 Jahre jeweils 2,3 Milliarden Euro pro Jahr brutto ausmacht, so kommt man auf Ausgaben von 13,8 Milliarden Euro für die Energieriesen! Es werden also lediglich knapp 11 Prozent des Zusatzgewinns für den Ausbau der erneuerbaren Energien ausgegeben – eine Farce und ein Kniefall gegenüber der Atomlobby!
“Wo des einen Freud’, da des anderen Leid” – diese Redewendung trifft auch bei dem Beschluss der Verlängerung von Atomkraftwerken ein. Die Stadtwerke befürchten hohe Verluste durch die Weiterführung der Atomkraft. Wie der Vorsitzende der Stadtwerkevereinigung 8KU, Albert Filbert der Tagesschau gegenüber aussagt, liegen die Verluste für die Stadtwerke bei 4,5 Milliarden Euro, da die Auslastung der Stadtwerke sinke7.
Wie sieht es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien aus? Durch den Beschluss von Schwarz-Gelb wird die Weiterentwicklung der Erneuerbaren sicher nicht stärker. Das Ziel aus 100 Prozent erneuerbaren Energien im Jahr 2050 hat die Regierung somit gebremst, denn jetzt haben die großen Energieunternehmen keinen Zeitdruck mehr bei der Umstellung auf grünen Strom.
Wie reagieren die Oppositionsparteien auf die Laufzeitenverlängerung? Selbstverständlich mit Empörung. Jürgen Trittin (Grüne) spricht von “Rolle rückwärts”, die Grünen erklären den Beschluss als verfassungswidrig und setzen sich dafür ein, dass der Ausstieg aus dem Atomausstieg “nicht Realität wird”8.
Was können die Verbraucher gegen Atomkraft und gegen EON und Co. unternehmen? Ganz einfach – einige Klicks und der Anbieter ist gewechselt. Es ist einfach, es wird keinen Abbruch der Stromversorgung geben und man hilft zudem der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel. Das Ammenmärchen vom billigen Atomstrom wird sofort widerlegt, wenn man sich das Ökostrom-Angebot genauer ansieht. Meistens ist nämlich der lokale Versorger (der Atomtrom ausliefert) teurer als der Ökostrom-Anbieter!
Die Zahl der Elektrogeräte in den unseren Haushalten wächst immer mehr. Durch das Angebot von immer neueren und günstigeren Geräten steigt der Wunsch ein altes Gerät gegen ein Neues auszutauschen, obwohl das Alte noch voll funktionstüchtig ist. Nimmt man zum Beispiel das Handy. Viele Menschen besitzen gleich mehrere. Alte Handys werden oft entsorgt weil sie nach wenigen Jahren schon keinen Wert mehr haben und nicht die neusten Funktionen erfüllen. Was passiert mit dem Elektroschrott den wir Jahr für Jahr produzieren? Man könnte davon ausgehen, dass in einem Land wie Deutschland der Elektroschrott verwertet, recycelt oder wenigstens umweltfreundlich entsorgt wird. Schließlich bringen wir unseren Müll doch zu vertrauenerweckenden Wertstoffhöfen!
Bildquelle: Frank Radel / pixelio.de
Doch leider sieht die Realität anders aus. Weltweit fallen 50 Millionen Tonnen Schrott an. In Europa wird nur ein Viertel des eigenen Elektroschrott selber verwertet.
Viele Länder haben das Elektroschrottproblem erkannt, und den Transport von diesem in Entwicklungsländer verboten. Doch es ist ein Leichtes dieses Verbot zu umgehen. Geräte werden als Hilfsgüter transportiert, obwohl die meisten nicht funktionstüchtig sind. Über 155.000 Tonnen Elektroschrott werden jedes Jahr aus Deutschland auf illegalem Weg hauptsächlich nach Asien und Afrika transportiert. Gold, Kupfer und Platin machen den Elektroschrott interessant. Doch die Wertstoffe sauber von dem Rest zu trennen ist sehr kostenintensiv. In ärmeren Ländern, wo die Menschen auf jeden Cent angewiesen sind fallen Themen wie Gesundheits- und Umweltschutz schnell unter den Tisch. Meist sind es Kinder und Jugendliche die in Ländern wie Ghana mit dem Elektroschrott aus der europäischen Union arbeiten. Sie verbrennen Tonnen von Bildschirmen, Computer und anderen Geräten unter freiem Himmel, so dass nur noch die Wertstoffe übrig bleiben und eingesammelt werden können. Eine sehr einfache und kostengünstige Methode mit fatalen Folgen. Die Menschen arbeiten dort direkt am Feuer und atmen die gesamten Schadstoffe aus den Geräten ein. Über hundert verschiedene Stoffe stecken in den Geräten, viele davon krebserregend. Der Teil der Giftstoffe welcher nicht in die Luft geht, gelangt in die Erde und verseucht dort Boden und Grundwasser.
Und auf diese Weise ist die ganze Bevölkerung von den Auswirkungen der Elektroschrottverbrennung betroffen. Die meisten Kinder, die dort arbeiten haben keine Chance auf ein langes gesundes Leben. Und das nur, weil sie versuchen Geld zum Überleben zu verdienen.
Auf Grund solcher Tatsachen sollte man sich beim nächsten Kauf eines Elektrogerätes überlegen, ob der Preis wirklich gerechtfertigt ist und ob man es überhaupt braucht.