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Bildquelle: aboutpixel.de / Träum süß Baby © Sebastian Engel

Die Meldung des Bundesverbraucherschutzministeriums hat überrascht. Der Verkauf von Babyfläschchen, die unter Verwendung von Bisphenol A (BPA) hergestellt wurden, wird verboten. Ab 1. März 2011 tritt dieses Verbot in Deutschland in Kraft.

Wer jetzt meint, das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), geführt von Ministerin Ilse Aigner (CSU), sei konsequent, der muss etwas genauer hinschauen. Einige Babys könnten das Pech haben, noch bis Ende Mai Flaschen mit BPA nutzen zu müssen. Denn es gibt eine Übergangsregelung die besagt, dass bereits hergestellte Produkte mit einer Übergangsfrist von drei Monaten weiter verkauft werden dürfen. Die ganze Sache ist jedoch nicht so dramatisch, denn die meisten Hersteller verzichten bereits auf die Verwendung von BPA in ihren Produkten. NUK beispielsweise hat auf Grund der negativen Berichterstattung und der damit verbundenen Unsicherheit „bereits lange vor dem nun beschlossenen Verbot vollständig auf BPA-freie Materialien umgestellt“, wie in einer Stellungnahme zu lesen ist1. Auch der „Vorreiter und Experte für gesunde Säuglingsernährung“, Philips, mit seiner Marke AVENT, ist frei von jeglichen gesundheitsgefährdenden Produkten. Das verspricht „ein völlig durchdachtes und sicheres System“. Auch in der Stellungnahme von Philips werden die Forschungsergebnisse des BUND in Frage gestellt und „Verunsicherung“ und „Verwirrung“ suggeriert2.

Die Meinung der Hersteller bestärkt die Seite mit den „Europäischen Informationen über Bisphenol A“ mit einer Gegenüberstellung der Mythen zu Fakten3. Auf dieser Seite kommt deutlich zum Ausdruck, dass es bislang keinerlei wissenschaftliche Belege für die Gefährlichkeit von Bisphenol A gibt. Demnach bewirkt BPA keine Hormonschwankungen, es erzeugt keinen Krebs, es bewirkt keine Fettleibigkeit bei Kindern und ist auch sonst absolut harmlos und nicht gesundheitsgefährdend. Weiter noch wird auch etwas über die von uns im Blog „Plastikplanet Erde – oder wie wir uns von Kunststoffen ernähren“ beschriebene Müll-Problematik geschrieben. Somit ist alles gar nicht so schlimm, denn BPA wird in erster Linie in Polycarbonat-Produkten verwendet, die eine lange Lebensdauer besitzen und nicht als Abfall im Meer zu finden sind.Ein Blick ins Impressum der Seite verrät den Urheber dieses Internetaustrittes – PlasticsEurope – mehr muss dazu nicht gesagt werden.

Die European Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit – EFSA), die zahlreiche Studien über BPA veröffentlichte, kommt zu dem Entschluss, dass der Grenzwert für BPA in Kunststoffen, der sogenannte TDI-Wert, von derzeit 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, nicht herabgesetzt werden muss. Studien von externen Organisationen werden zurückgewiesen, da diese „zahlreiche Schwächen“ aufweisen4.  Der TDI-Wert wurde übrigens 2006 vom EFSA selbst entwickelt und 2008 vom EFSA selbst bestätigt…

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Gefährlichkeit von Bisphenol A ganz anders. In zahlreichen Berichten wird von Produkten die unter Verwendung von BPA hergestellt wurden, gewarnt. Ein Beispiel ist das Projekt „Zukunft ohne Gift – Fakten und Hintergründe“5 aus dem vergangenen Jahr.

Auch dieser Blog wird nicht abschließend klären können, was BPA im menschlichen Körper anrichten kann. Jedoch gibt es geteilte Meinungen. So lange wie die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften des Stoffes nicht ausgeschlossen wurden, sollte von der Verwendung Abstand genommen werden. BPA ist hierbei nur ein Stoff – es gibt genügend Bereiche, in denen unsere Kinder weitaus mehr gefährdet sind. Beispielsweise im heimischen Wohnzimmer, in dem Eltern mit ihren Kindern vor dem Fernseher mit einer Kippe und Cola sitzen…

1 http://www.nuk.de/rundumnuk/bpa (15.02.2011; 12:30 Uhr)
2 http://www.avent.philips.com/de/de/ (15.02.2011; 12:30 Uhr)
3 http://www.bisphenol-a-europe.org/index.php?page=myths-v-facts-2 (15.02.2011; 12:30 Uhr)
4 http://www.efsa.europa.eu/de/ceftopics/topic/bisphenol.htm (15.02.2011; 12:30 Uhr)
5 http://www.bund.net/index.php?id=5018 (15.02.2011; 12:30 Uhr)

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Weltweit werden 240 Millionen Tonnen Kunststoffe für viele nützliche Sachen hergestellt. 25 Prozent davon allein in Europa. Doch was passiert mit dem Kunststoffprodukten die niemand mehr benötigt?

Paul-Georg Meister / pixelio.de

Paul-Georg Meister / pixelio.de

In Deutschland allein fielen im Jahr 2007 insgesamt 4,86 Millionen Tonnen Kunststoffabfall an. Hauptsächlich Verpackungen. Etwa die Hälfte davon ging in die Verbrennung. Rund 40 Prozent der Abfälle wurden stofflich verwertet und nur ein sehr geringer Anteil landete auf den Deponien.

Doch nicht in allen Ländern wird der Abfall so gut erfasst und entsorgt wie in Deutschland. Oft wird der Müll einfach in die freie Natur geworfen. Durch Regen und Wind gelangt er anschließend in Flüsse und wird so in die Meere transportiert. Über Schiffe und Plattformen gelangen ebenfalls viele Plastikteile in die Meere.

Die Dokumentation “Plastic Planet von Werner Boote befasst sich mit diesem Thema und mit den Auswirkungen der Plastikvermüllung in den Meeren. Eine Dokumentation die einen sehr zum Nachdenken über unseren Kunststoffkonsum anregt.

Das Problem ist, dass Kunststoff nicht biologisch abbaubar ist. Im Meer wird er durch die mechanischen Einwirkungen immer kleiner zu Granulat gemahlen, das man mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann. Viele Tiere nehmen dieses Granulat als Plankton, also als ihre Nahrung an und verenden elendig. Somit ist das Plastik in die Nahrungskette gelangt und auf dem Weg zum Menschen.

Zwischen Japan und Amerika schwimmen zwei große Plastikteppiche, die auf Grund der Meeresströmungen entstanden sind. Einer davon hat bereits die Größe Mitteleuropas erreicht und wächst stetig weiter.

70 Prozent des Plastiks in den Meeren sinkt auf den Grund und verschmutzt diesen so, dass Leben dort kaum noch möglich ist.

1999 lag das Verhältnis von Plastik zu Plankton bereits bei 6:1. Bis 2000 wuchs die Plastikkonzentration nochmals zu einem Verhältnis von 60:1 an! – Und es landen immer noch Unmengen an Plastikteilen im Meer.

Die ersten, die von den Auswirkungen der Vermüllung betroffen sind, sind die Tiere. Sie nehmen fälschlicherweise Plastikteile als Nahrung auf, können sie aber nicht verdauen. Sie verhungern mit vollem Magen! Viele Tiere verletzen oder verfangen sich in größeren Plastikteilen und verenden. So wurden bereits Millionen von Tieren durch das Plastik getötet!

J. J. Dierks / pixelio.de

J. J. Dierks / pixelio.de

Ein weiterer Effekt ist der Transport von Pflanzen und Tiere in andere Regionen. Pflanzen und Mikroorganismen siedeln sich auf größeren Plastikteilen an und werden mit ihnen durch die Meeresströmungen in andere Habitate transportiert. Dort kann es dann passieren, dass sie einheimische Pflanzen und Lebewesen verdrängen.

Kunststoffe werden in der Herstellung und Verarbeitung mit vielen Zusatzstoffen vermischt die zum Teil sehr schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben. Durch Sonneneinstrahlung, Wasser und Zerkleinerung des Plastiks gelangen diese Stoffe in die Freiheit, in die Nahrungskette und auf unsere Teller.

Ein Stoff der in zahlreichen Kunststoffen verarbeitet ist, ist Bisphenol A (BPA) . Dieser zerstört das Hormonsystem von Lebewesen. Die Auswirkungen sind beispielsweise eine verfrühte Geschlechtsreife bei Mädchen, Reduzierung der Fruchtbarkeit bei Männern und die Beeinflussung der Gehirnentwicklung von Säuglingen.

Vielen Kunststoffen werden Weichmacher zugegeben. Häufig verwendete Weichmacher sind Phthalate. Diese können die Fruchtbarkeit von Männern ebenfalls reduzieren. Zudem führt es zu Missbildungen der männlichen Genitalien bei den Nachkommen und es steht im Verdacht krebserregend zu sein.

Genug Gründe um aktiv zu werden. Doch was können wir dagegen machen?

Als erstes müssen wir versuchen weniger Plastik zu benutzen. Bei den Artikeln, die man sich kauft sollte man über eine kunststofffreie Variante nachdenken. Zum Beispiel bei Plastiktüten und PET-Flaschen.

Leider kann man viele Plastikteile nicht durch andere Werkstoffe ersetzen. Darum sollte versucht werden Kunststoffteile so lange wie möglich zu benutzen und auf eine lange Haltbarkeit zu achten.

Quellen:

Documentation “Plastic Planet” von Werner Boote – http://www.plastic-planet.at/derfilm/wernerboote.html (18.12.2010 / 10:00 Uhr)

http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=2321 (18.12.2010 / 10:00 Uhr)

http://www.greenpeace.com

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